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Grenzübergang Spielfeld-Straß 1972



Peter Payer

Grenzübergang Spielfeld-Straß 1972
Gastarbeiterroute

GASTARBEITERROUTE


Mit den „GastarbeiterInnen“ tauchte Anfang der 70er Jahre auch ein neuer geografischer Begriff auf: die „Gastarbeiterroute“ – als Bezeichnung für jene Autobahnen und Landstraßen, auf denen die Menschen jahrein, jahraus, meist zu Beginn der Sommermonate tagelang zwischen ihrem Herkunfts- und dem Aufnahmeland hin und her pendelten. Mit den Reisenden zirkulierten hier auch Informationen, Grußbotschaften, Geld, Souvenirs und Geschenke aller Art, wodurch die „Gastarbeiterroute“ zum lebensnotwendigen Verbindungsglied in die Heimat wurde, zur Nabelschnur nach Hause.

Die Hauptverkehrsachse, an die 3000 km lang, durchschnitt den Kontinent in Form einer langgezogenen, von Nordwesten nach Südosten verlaufenden Diagonale. Auf Grund seiner topografischen Eigenheiten stellte Österreich zumindest in den ersten Jahrzehnten ein nur schwer zu passierendes Nadelöhr dar. Erst der sukzessive Aufbau leistungsfähiger Bahn- bzw. Straßenverbindungen ließ die „Gastarbeiterroute“ zu einer modernen, den Anforderungen des Massenverkehrs gewachsenen Strecke werden – ehe die jüngsten politischen Veränderungen im ehemaligen Jugoslawien das gesamte europäische Verkehrswegenetz völlig neu konstituierten.